Begriffskunde

Viele Leute fragen mich immer wieder: Was ist der Unterschied zwischen einer Gewinnquote und einer Gewinnchance. Der Unterschied scheint für die meisten von uns vollkommen klar zu sein. Dennoch beobachte ich immer wieder, dass vor allem windige Blogger, die es mit der Deutschen Sprache nicht allzu genau nehmen, diese beiden Begriffe gern durcheinander schmeißen. Doch warum ist das so? Lässt sich manchen von ihnen sogar eine böse Absicht unterstellen? Für alle, die die Fachbegriffe vielleicht versehentlich durcheinander bringen, wird dieser Beitrag ebenso erhellend sein, wie für alle anderen Lottofans dort draußen im Netz. An dieser Stelle wieder mein wöchentlicher Aufruf an alle Lottofans: Sollten Sie eine Frage zum Thema Glücksspiel haben, zögern Sie nicht mir zu schreiben. Ich werde Ihre Fragen, was es auch sein mag, nach bestem Wissen und Gewissen beantworten.

Ich möchte deshalb meine heutige Kolumne dem Begriffspaar Gewinnchancen und Gewinnquoten und Ihrer Verwendung im Konnex Lotto und Glücksspiel widmen. Bestimmen wir dafür zunächst die beiden Begriffe etwas genauer, um ihre Verwendung abschließend zu distinguieren.

Die Gewinnchancen beim Lotto, genauer gesagt die Chance, sechs Richtige mit Superzahl zu tippen, betragen ungefähr 1 zu 140 Millionen. Ich weiß nicht, ob Sie sich unter diesem enormen Verhältnis etwas vorstellen können, aber es ist mit 1 zu 1,5 Millionen immer noch viel wahrscheinlicher ein Topmodell zu heiraten. Somit bezeichnet der Begriff Gewinnchance die reelle Wahrscheinlichkeit auf einen Hauptgewinn, ausgedrückt in Zahlen. Übrigens sind die Deutschen Klassenlotterien seit der Erneuerung des Glücksspielstaatsvertrages dazu verpflichtet, explizit auf die Gewinnwahrscheinlichkeit hinzuweisen.

Gewinnquoten beschreiben dagegen lediglich die Formel, wonach Ihr Einsatz bei einem Gewinn vervielfacht wird. Sollten Sie beispielsweise mit einem Einsatz von 9,25 Euro sechs Richtige plus Superzahl tippen, dann ist Ihre Gewinnquote dementsprechend hoch. Allerdings liegt die Chance auf das Eintreffen dieser Traum-Situation immer noch bei 1 zu 140 Millionen.

Was sagt uns das?

Zunächst, dass es sich bei diesem Paar um zwei völlig unterschiedliche Begriffe handelt. Darüber hinaus können wir annehmen, dass ihre falsche Verwendung einzig und allein dazu dient, eventuelle Hoffnungen auf ein paar schnelle Taler zu nähren. Bleiben Sie deshalb stets besonnen, wenn Ihnen allzu schrille Werbung im Internet begegnet. Egal ob man Ihnen einen todsicheren Lottoschein oder einen neuen Staubsauger andrehen möchte. In der Regel wird doch selten etwas so heiß gegessen, wie es gekocht